Das Ende meiner großen Reise

Nach dem schweren Abschied von meinen Geschwistern in Christchurch war ich nun wieder ganz alleine und hatte noch zwei Monate meiner geplanten Reisezeit vor mir. Diese wollte ich in Queenstown verbringen, der Stadt, die bereits zum Anfang meiner Reise zu einer meiner absoluten Lieblingsstädte zählte. So machte ich mich von Christchurch aus auf den Weg zurück in den Süden. Was genau ich dort noch alles erlebt habe und wie mein großes Abenteuer in Neuseeland letztendlich zu Ende gegangen ist, erfahrt ihr in diesem vorerst letzten Erlebnisbericht vom anderen Ende der Welt.

 

Pinguine an der Ostküste

Obwohl ich es ja eigentlich gewohnt war vollkommen alleine zu reisen und ich die Freiheit beim Reisen sehr genieße, fühlte es sich für mich auf einmal wieder ziemlich einsam im CamperVan an. Nach der gemeinsamen Zeit mit meiner Familie vermisste ich sie nun besonders doll.
Auf der Fahrt entlang der Ostküste machte ich Halt an einem Campingplatz ganz in der Nähe der Moeraki Boulders, wo ich erfuhr dass sich ganz in der Nähe ein Pinguin-Lookout befindet. Große Freude stieg in mir auf und ich machte mich sofort auf den Weg. Angekommen am Cape musste ich erst eine ganze Weile suchen, doch dann sichte ich tatsächlich einen neuseeländischen Gelbaugenpinguin, der ziemlich neugierig an der Küste entlang watschelte. Der Pinguin kam immer näher, bis schließlich nur noch etwa drei Meter zwischen uns lagen. Ein echt spannendes Erlebnis.

 

 

Im dichten Nebel nach Wanaka

Am nächsten Morgen begab ich mich auf die Straßen nach Wanaka. Eigentlich dachte ich, dass dies mit der Navigations-App auf meinem iPhone kein Problem sein durfte. Ich fuhr immer weiter, vertraute auf die Straßen bis diese immer einsamer und kleiner wurden. Mein Navi zeigte mir an, dass ich auf dem richtigen Weg war und ich ging davon aus, dass es mich über eine Abkürzung schickte. Schließlich wurde der Asphalt zur Schotterstraße und ich kam nur noch langsam voran. Ich überlegte ob ich nicht zurück fahren sollte, doch das war ein ziemlich großes Stück und mein Navi zeigte mir immer noch an, dass ich richtig sei. Also fuhr ich weiter des Weges, nun bergaufwärts eines Passes. Ich war mitten im Nirgendwo gelandet und ein dichter Nebel verbreitete sich um mir herum. Die Netzwerkverbindung war schon lange verschwunden und mir war ziemlich unwohl bei der Sache. Ich dachte mir: „Wenn ich hier irgendwo stecken bleibe, bin ich verloren.“ Keine Menschenseele weit und breit. Ich fuhr immer schneller, da ich so schnell wie möglich diesen Pass überqueren und zurück auf festen Asphalt wollte. Plötzlich kam mir um die Ecke völlig unerwartet ein anderes Auto entgegen. Nach ewiger Einsamkeit im Nirgendwo hatte ich damit überhaupt nicht gerechnet. Ich bremste mit voller Kraft, schlitterte noch weiter auf dem Schotter und kam gerade so vor dem Fahrzeug zum Stehen. Das war knapp! Beinahe wäre ich in das andere Auto gefahren. Ich entschuldigte mich bei der Fahrerin für mein schnelles unachtsames Fahren und erkundigte mich wie weit es doch bis zur nächst größeren Straße sei und fuhr nun ganz vorsichtig weiter. Ich war unendlich dankbar, dass alles gut gegangen war. Nach einer weiteren Stunde Fahrt kam ich dann aus dem Nebel heraus und befand mich endlich wieder auf richtigem Asphalt. Ich war total erleichtert und brauchte nach diesem abenteuerlichen Ereignis erstmal eine Pause. Bis nach Wanaka war es nun nicht mehr weit.

Angekommen in Wanaka verkroch ich mich für den restlichen Tag auf einem Campingplatz im gemütlichen Homy. Das Wetter war nicht auf meiner Seite und es regnete in Strömen. Bevor ich dann am nächsten Tag in Queenstown ankam, machte ich am Morgen noch eine kleine Jogging Session um den Wanaka-See herum und besuchte die berühmte Puzzling World, eine Ausstellung voller verrückter Illusionen.

 

 

Mein Feeling in Queenstown

Die ersten zehn Tage in Queenstown, nächtigte ich im Adventure Hostel, dem am besten bewerteten Hostel in ganz Neuseeland. Das Team dort leistet wirklich großartige Arbeit und kümmert sich um alles, was man sich nur vorstellen kann. Von Wäsche waschen, Aktivitäten buchen, täglichem Programm, bis hin zum Verleihen eines iPads. Ich hatte ein Zimmer mit Balkonanschluss und war zudem direkt im Zentrum von Queenstown untergebracht. Im Laufe meines Aufenthalts lernte ich viele neue Leute kennen, denn fast täglich bekam ich neue Zimmermitbewohner.
Ich hätte mich eigentlich ziemlich gut fühlen müssen. Ich war in meiner Lieblingsstadt, im besten Hostel von Neuseeland, dennoch war ich irgendwie nicht so richtig glücklich. Auf besondere Aktivitäten hatte ich nicht mehr so die Lust, geschweige denn das nötige Geld. Zudem regnete es ziemlich viel und es war nicht viel anzustellen. Es war anstrengend, sich von Tag zu Tag immer wieder auf neue Leute einzustellen und ich hatte überhaupt keine Lust mehr auf das typische Hostel-Leben. Schnell kam ich zu dem Entschluss, dass ich keine zwei Monate mehr hier bleiben wollte. Nach dem vielen Reisen der letzten Monate bemerkte ich, dass ich endlich wieder ein richtiges Zuhause brauchte, wo ich wieder so richtig zur Ruhe kommen konnte. Somit entschied ich mich für ein paar Planänderungen. Ich wollte nun so schnell wie möglich meinen CamperVan verkauft bekommen und meinen Rückflug umbuchen, so dass ich schon einen Monat früher nach Hause zu meiner Familie fliegen konnte. Ich hatte in den 11 Monaten in Neuseeland nun so viel gesehen und erlebt, dass es mir nicht mehr so wichtig war, ob ich jetzt mein ganzes Jahr voll ausschöpfte oder nicht.

Der Verkauf vom Homy dauerte etwas länger, als ich anfangs gedacht hatte. Ich verteilte Flyer in Hostels, machte Anzeigen in sämtlichen Facebook-Gruppen und brachte Plakate an. Schließlich fand sich ziemlich spontan ein sehr begeisterter Käufer, bei dem ich auch das Gefühl hatte, mein Homy ist in guten Händen. Er war ebenfalls ein Backpacker aus Deutschland, etwa im gleichen Alter wie ich und brauchte wie ich damals einen treuen Gefährten, der ihn durch das tolle Land führte. Nun konnte ich also sorglos meinen Flug umbuchen und freute mich riesig, schon sehr bald meine Familie wiederzusehen.

 

 

Ein letzter Ausflug – Über den Mount Cook nach Christchurch

Von Queenstown aus fuhr ich nochmal mit dem Stray-Bus nach Christchurch. Es tat gut nicht mehr die ganze Strecke alleine zurücklegen zu müssen und wieder etwas Gesellschaft beim Reisen zu haben. Das besondere Highlight der Fahrt, war ein Abstecher zum Mount Cook, wo wir direkt am Fuße des größten Berges in einem Hostel übernachteten. Die Stimmung ist total magisch und ich konnte die Natur Neuseelands zum Abschluss nochmal so richtig genießen. Am frühen Morgen begrüßte ich den Sonnenaufgang mit einer Session Meditation im Freien. Ein unbeschreiblich schöner Moment. Nach einem schnellen Frühstück ging es, mit kurzen Stopps am Lake Pukaki und am Lake Tekapo, weiter auf direktem Weg nach Christchurch, wo ich meine letzten Tage bis zum Flug verbrachte. Ich besuchte ein paar mal den Botanischen Garten, der sich gleich um die Ecke befand und arbeitete wieder an neuen Erlebnisberichten für FreeOnTrack.

 

 

Verabschiedung und Wiedersehen

Schließlich war es für mich soweit und mein letzter Tag am anderen Ende der Welt brach an. Rechtzeitig fuhr ich vom Hostel aus mit dem Bus zum Flughafen und gab mein Gepäck ab. Ich saß noch ein wenig in einem Café und machte mich dann rechtzeitig auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle. Ein ziemlich komisches Gefühl war das, nach fast einem Jahr wieder in ein Flugzeug einzusteigen. Es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen, als ich in Auckland zu Beginn meines Abenteuers vor 11 Monaten gelandet bin. Die Turbinen des Flugzeuges starteten und ich konnte durch das Fenster dabei zusehen, wie der neuseeländische Boden allmählich unter den Wolken verschwand. Nach zwei kleinen Stopps in Sydney und Dubai landete ich gute 30 Stunden später in Frankfurt zurück auf deutschem Boden, wo ich freudig meinen Eltern und Geschwistern in die Arme fiel.

 

 

Da war meine große Abenteuerreise durch Neuseeland also tatsächlich zu Ende. Ich war traurig, das wundervolle Land verlassen zu müssen. So viele tolle Dinge habe ich hier erlebt und zu sehen bekommen. Mein ganzer Kopf ist voll mit wundervollen Erinnerungen für die ich unendlich dankbar bin und die ich immer in mir tragen werde.

Auch wenn die Geschichte über meine Zeit in Neuseeland hier auf meinem Blog nun abgeschlossen ist, ist das noch lange nicht das Ende. Es war meine erste große Reise und somit auch erst der Anfang von FreeOnTrack. Eine große Begeisterung fürs Reisen und auch fürs Schreiben habe ich in mir entdeckt und ich möchte euch auch in Zukunft wieder mit auf einen Abstecher ins Abenteuer nehmen.

Also seid gespannt, was noch alles auf euch zu kommen wird. Ich freue mich ganz riesig darauf!

 

 

Euer Simon

P.S.: „Take A Walk On The Wild Side!“

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